Anwenderprojekte mit der Open-Micro und Open-Mini

Projekt "Bissanzeiger mit Impulsauswertung V1.1" mit der Open-Micro

Anleitung

Das Prinzip
Bei dem Bissanzeiger wird die mechanische Bewegung der Angelsehne in ein elektrisches Signal umgewandelt. Die Angel wird oben auf den Bissanzeiger gelegt, wodurch die Angelsehne auf der kleinen Gummirolle zum Liegen kommt. Bewegt sich die Angelsehne, so dreht sich gleichfalls die mit der Gummirolle verbundene Taktscheibe zwischen der Gabellichtschranke. Das Ausgangssignal der Gabellichtschranke wird mit der Open-Micro erfasst und ausgewertet. Je nachdem, wie schnell sich die Angelsehne bewegt, reagiert der Bissanzeiger mit unterschiedlichen Aktionen auf die Bewegung. So kann man erkennen, ob ein Fisch nur am Angelhaken knabbert, oder ob er angebissen hat und mit dem Köder loszieht.

Der Voralarm
Da der Fisch leider nicht immer gleich anbeißt und mit der Angelsehne loszieht, benötigt man eine sehr empfindliche Einstellung, die sofort erkennt, wenn sich etwas am Angelhaken zu schaffen macht. Dafür ist der Voralarm da. Er ist so empfindlich eingestellt, dass jede kleine Bewegung der Angelsehne erfasst wird. Wenn ein Biss oder leichtes Zupfen erkannt wird, dann leuchten die blauen LEDs einmal kurz auf und es ertönt ein kurzer Signalton. Dabei wird der Voralarm erfasst und mitgezählt. Bewegt sich die Angelsehne nur ab und zu, dann bleibt es beim Voralarm. Erkennt der Bissanzeiger aber eine anhaltende langsame Bewegung, dann wird der Hauptalarm ausgelöst.

Der Hauptalarm
Der Hauptalarm wird nur ausgelöst, wenn mehr als 4 Mal hintereinander der Voralarm ausgelöst wurde, oder wenn sich die Angelsehne sehr schnell bewegt. Es blinken dann die blauen LEDs sehr schnell hintereinander und es ertönt ein sehr schriller Signalton. Der Alarm hält rund 5 Sekunden an. Danach nimmt der Bissanzeiger wieder seinen Betrieb auf. Wird eine neue Bewegung erkannt, so fängt alles wieder von vorne an. Da der Signalton sehr schrill ist, kann man ihn mit einem Poti leiser stellen, was sehr vorteilhaft ist.

Der Abgleich
Je nach verwendeter Lichtschranke und dem übrigen Aufbau muss der Widerstand R2 eventuell angepasst werden. Im Schaltplan wird er mit einem Wert von 4k7 aufgeführt, er kann aber auch Werte zwischen 2,2 und 10 kOhm annehmen. Um den günstigsten Wert zu ermitteln, sollte der Spannungspegel am PORT[3] (Pin 5 vom Kontrollergehäuse) bei geöffneter und durchgeschalteter Gabellichtschranke gemessen werden. Die Leuchtdiode der Gabellichtschranke muss während der Messung natürlich leuchten und das Gehäuse muß geschlossen sein. Also einfach ein Voltmeter zwischen die gelbe Leitung und Masse (schwarz) schalten und die Rolle langsam drehen. Die Spannung an PORT[3] muß zwischen einem Wert von kleiner 1,0 Volt und größer 4,0 Volt hin- und herpendeln, damit der Kontroller ein sauberes Signal erhält. Gegebenenfalls kann man den Widerstand R1 vergrößern, um Batteriestrom zu sparen. Dann sollte R2 aber ebenfalls vergrößert werden.

Die Stromversorgung
Der Bissanzeiger wird mit 4 R6-Zellen betrieben. Dabei ist es egal, ob man Batterien oder Akkus verwendet. Die Betriebsspannung am Kontroller darf allerdings nicht größer als 5,5 Volt werden. Die Spannung vom Batteriepack / Akkupack wird überwacht und wenn sie weniger als 4 Volt aufweist, wird gewarnt. Durch diese Schutzmaßnahme werden Akkus nicht tiefentladen und man kann die Batterien / Akkus rechtzeitig ersetzen. Als Warnung ertönt 3 Mal hintereinander ein Signalton und die LEDs leuchten für 5 Sekunden auf. Diese Warnung wird einmal pro Minute wiederholt und danach nimmt der Bissanzeiger wieder seine normale Funktion auf. Man kann damit also auch den Bissanzeiger solange betreiben, bis die Batterien vollkommen leer sind.

Ideen zur Erweiterung
Da der PORT[1] nur zur Programmierung benötigt wird, könnte man damit auch noch externe Geräte schalten. Z.B. könnte man den Port so programmieren, dass er nach Auslösung des Hauptalarmes für ca. 5 Minuten eingeschaltet wird. Wenn man dieses Signal mit einem Transistor (und gegebenenfalls auch noch mit einem Relais) verstärkt, so könnte man damit auch gleich noch ein kleines Licht (Taschenlampe) mit einschalten. Damit hätte man beim Nachtangeln gleich eine Beleuchtung, wenn ein Fisch angebissen hat. Man könnte auch an den Port ein RS232-Interface anschließen und sich die Bewegung der Angelsehne an einem RS232-Display oder auf einem Laptop anzeigen lassen. Oder man könnte ein GMS-Modem an die RS232 anschließen und eine SMS versenden, sobald ein Fisch angebissen hat. Der Phantasie sind hier wieder keine Grenzen gesetzt...


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